So viel Freude strahlte aus den Gesichtern der 17-jährigen Busra Zoroglan und des 13-jährigen Faruk in der Behinderteneinrichtung des Vereins „Wir kennen keine Hindernisse“ in Antalya, dass der von dieser Szene tief bewegte Torsten Rischbode, Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschusses, doch einmal kräftig schlucken musste.

BFV-Präsident Dieter Jerzewski (l.) und der Vorsitzende des norddeutschen Schiedsrichterausschusses, Wilfried Heitmann (2.v.l.), übergaben einen Spenden-Check an die Führung des türkischen Vereins „Wir kennen keine Hindernisse“.
Rischbode gehörte zu den rund 70 norddeutschen Schiedsrichtern, Beobachtern und Referenten, darunter dreizehn Frauen und Männer aus dem BFV, die jetzt nach einer Woche Trainingslager aus dem türkischen Belek wieder nach Hause zurückgekehrt sind. Neben einem anspruchsvollen sportpraktischen und theoretischen Fortbildungsprogramm stand das soziale Engagement der Schiedsrichter im Zentrum des Aufenthaltes: Die Referees unterstützten den Verein „Wir kennen keine Hindernisse“, der in etwa mit der deutschen Lebenshilfe vergleichbar ist, mit medizinischen Geräten, einem Spendenscheck über 2000 Euro und mit Spielzeug für die zum Teil schwerstbehinderten Kinder und Jugendlichen. Vereinspräsident Özkan Gönenc, der selbst sehbehindert ist: „Unsere Einrichtung zeigt, dass ein Leben auch mit Behinderung so normal wie möglich sein kann und sein muss. Wir wollen genauso wie alle anderen Menschen normal in der Gesellschaft leben.“ Gönenc dankte den norddeutschen Schiedsrichtern um Delegationsleiter und BFV-Präsident Dieter Jerzewski sehr für die Unterstützung aus Deutschland.

Große Freude herrschte bei den türkischen Kindern der Behinderteneinrichtung über die Geschenke aus Deutschland, die wie hier durch BFV-Verbandsschiedsrichterobmann Torsten Rischbode überreicht wurden.
Das Trainings- und Fortbildungsprogramm an der türkischen Riviera wurde von Niedersachsens Verbandsschiedsrichterlehrwart Bernd Domurat (Wilhelmshaven) koordiniert. Er konnte dabei auf ein bunt gemischtes Referenten-Team zurückgreifen konnte. Zu diesem gehörte unter anderem der renommierte und bundesligaerfahrene Sportmediziner und Trainer Dr. Bernd Brexendorf aus Heikendorf, Physiotherapeut Klaus Gunkel und Trainer Thomas Nadolny vom FC Union 60.
Ein besonderer Höhepunkt war dabei das Freundschaftsspiel gegen die türkischen Schiedsrichterkollegen. In einer spannenden Partie trennte man sich am Ende 2:2. Wichtiger als das Ergebnis war für die Unparteiischen aus Deutschland und der Türkei aber vielmehr, dass die freundschaftlichen Kontakte, die es seit zehn Jahren gibt, durch den Aufenthalt in Belek weiter ausgebaut und vertieft werden konnten.

Die beiden Schiedsrichtermannschaften vor ihrem gemeinsamen Freundschaftsspiel.
Intensiv geschult wurden die Teilnehmer auch in den Bereichen Persönlichkeitsbildung, Kommunikation und Medienkompetenz: So gehörten Lehreinheiten zur Körpersprache genauso mit zum Programm dazu wie der professionelle Umgang des Schiedsrichters mit Journalisten und das adäquate Verhalten bei Interviews.
Dieter Jerzewski sagte nach der Rückkehr aus Belek: „Das waren herausragende acht Tage in der Türkei. Ich bin der Auffassung, dass es solch ein einzigartiges Trainingslager auch in Zukunft geben muss. Es ist für die Regionalverbände des Nordens ein absoluter Gewinn. Das Trainingslager der norddeutschen Fußballschiedsrichter in Belek ist darüber hinaus ein weiteres Beispiel für die Vorreiterrolle, die der Norden in vielen Bereichen des Fußballsportes hat, auch und gerade und der Aus- und Fortbildung und in der Persönlichkeitsbildung unserer Unparteiischen.“

Die Bremer Delegation mit NFV-Schiedsrichterobmann Wilfried Heitmann (hinten rechts): Dieter Jerzewski, Sabine Darnehl, Thomas Gorniak, Torsten Rischbode, Sven Jablonski, Uwe Otten, Sebahattin Aksoy (hinten von links), Klaus Gunkel, Nadine Palmen, Daniel Riehl und Sebastian Schiller (vorn von links).
Torsten Rischbode sieht dies ganz genauso: „Das Programm unseres Trainingslagers in Belek stellte hohe Anforderungen an die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Einen guten Schiedsrichter machen auch und gerade die persönlichen, sozialen und kulturellen Qualitäten aus, und hier lag ein Schwerpunkt dieses besonderen Trainingslagers, das aus meiner Sicht auch in Zukunft regelmäßig stattfinden sollte.“
Übrigens: Die Bremer Unparteiischen waren intensiv mit in Vorbereitung und Organisation des Trainingslagers einbezogen: Sebahattin Aksoy (TV Lehe) war als Dolmetscher, Mit-Organisator und Vermittler vor Ort unverzichtbar. Ralf Bande (SV Lemwerder) kümmerte sich um Sponsoren, Sabine Darnehl um die Reisedisposition. Und der ehemalige Vize-Präsident des BFV und NFV, Wolfgang Zumm, der diesmal zwar nicht mit nach Belek fuhr, engagierte sich dennoch im vergangenen Jahr im Vorbereitungsteam. Ohne Bremer und Bremerhavener geht es eben nicht.
Weitere Bilder vom Trainingslager finden Sie hier.
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Schiedsrichter kehren aus ihrem Trainingslager im türkischen Belek zurück.