Der 41. Ordentliche Verbandstag des Bremer Fußball-Verbandes hat fünf Persönlichkeiten, die den Bremer Fußball über viele Jahrzehnte in unterschiedlichen Funktionen geprägt haben, zu neuen Ehrenmitgliedern ernannt.
Diese besondere Auszeichnung erhielten Reinhard Schumacher vom TuS Schwachhausen, Jurij Žigon vom TSV Blau-Weiß Melchiorshausen, Udo Krüger vom TuS Komet Arsten, Torsten Rischbode vom ATSV Sebaldsbrück sowie Joachim Dietzel von der TSV Wulsdorf. Mit der Ernennung würdigte der BFV ihr außergewöhnliches und langjähriges Engagement für den Fußball im Land Bremen.

BFV-Vizepräsidentin Ulrike Geithe (l.) und BFV-Präsident Patrick von Haacke (r.) mit den neuen Ehrenmitgliedern Torsten Rischbode, Reinhard Schumacher und Joachim Dietzel (v.l.). Udo Krüger und Jurij Žigon waren verhindert. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)
Reinhard Schumacher
Reinhard Schumacher hat den Bremer Fußball über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg vor allem als Schiedsrichter und Sportrichter geprägt. Seine Laufbahn an der Pfeife begann 1971 zunächst beim Polizei SV, später gehörte er dem ATSV Sebaldsbrück an. Heute ist er Mitglied des TuS Schwachhausen. Bereits 1975 stieg er in die Verbandsliga auf, ab 1984 leitete er Begegnungen in der damaligen Oberliga Nord. Ab demselben Jahr kam er zudem als Linienrichter im Gespann des damaligen Bremer Bundesligaschiedsrichters Hans-Joachim Osmers zum Einsatz. Für seine herausragenden Leistungen wurde Schumacher in der Saison 1996/1997 mit der „Goldenen Pfeife“ als bester Schiedsrichter des BFV ausgezeichnet.
Auch nach dem Ende seiner aktiven Schiedsrichterkarriere blieb der heute 71-Jährige dem Fußball eng verbunden. Von 1996 bis 2015 leitete er das wöchentliche Schiedsrichtertraining auf dem Stadtwerder. Dabei begleitete er zahlreiche Unparteiische in ihrer sportlichen Entwicklung. Zudem gab Schumacher sein Wissen als Schiedsrichterbeobachter an die nachfolgenden Generationen weiter.
Ein weiterer Schwerpunkt seines Engagements lag in der Sportgerichtsbarkeit. Von 1998 bis 2001 war Schumacher Beisitzer im Verbandssportgericht, anschließend gehörte er bis 2024 als Beisitzer dem Sportgericht an. Dort brachte er über viele Jahre seine umfassende Kenntnis des Fußballs und seine Erfahrung aus dem Schiedsrichterwesen ein. Für seine Verdienste erhielt Reinhard Schumacher 2010 die Silberne und 2016 die Goldene Ehrennadel des Bremer Fußball-Verbandes. Im Jahr 2020 wurde er zudem mit der DFB-Verdienstnadel ausgezeichnet.
Jurij Žigon
Jurij Žigons fußballerische Laufbahn begann bereits in jungen Jahren bei der BTS Neustadt. Bis 2006 war der gebürtige Bremer selbst am Ball aktiv. Neben dem Trikot der BTS Neustadt trug er auch das seines späteren Vereins TSV Blau-Weiß Melchiorshausen, für den Žigon bis zur Landesliga spielte. Zwischen 1989 und 2009 war der Inhaber der B-Lizenz zudem bei der BTS Neustadt und dem Brinkumer SV als Trainer im Kinder- und Jugendbereich tätig.
Sein Engagement im Bremer Fußball-Verband begann im Jahr 2000 als Mitglied des Verbandsjugendausschusses, dessen Vorsitz er 2010 übernahm. Als verantwortlicher Projektleiter betreute Žigon unter anderem die Einführung des DFBnet und der zentralen Spielansetzung im BFV, die heute unumstrittener Standard ist. Während der Corona-Pandemie steuerte er zudem die Entwicklung eines Konzeptes zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs.
Auch auf norddeutscher und bundesweiter Ebene brachte Žigon seine Erfahrung ein. Seit 2010 gehörte er dem Jugendausschuss des Norddeutschen Fußball-Verbandes an, dessen Vorsitz er 2021 übernahm. Damit war er zugleich Mitglied des Präsidiums des Regionalverbandes. Auch der DFB setzte auf die Expertise des Deutsch-Slowenen. Seit 2010 gehörte er dem Jugendbeirat sowie seit 2019 dem Jugendausschuss und der Kommission Qualifizierung an. Im Jahr 2022 übernahm Žigon beim DFB zudem die Leitung der Arbeitsgruppe Spielbetrieb. Darüber hinaus setzte ihn der Verband seit 2010 als Delegationsmitglied und Delegationsleiter bei Spielen der Junioren-Nationalmannschaften ein. Im August 2025 beendete Jurij Žigon seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit.
Udo Krüger
Udo Krüger begann seine ehrenamtliche Tätigkeit im BFV im Jahr 1980 als Mitglied des Kreisjugendausschusses Bremen-Stadt. Zuvor hatte der mittlerweile pensionierte Polizeibeamte bereits eine Schiedsrichterausbildung absolviert. Zwölf Jahre später wechselte Krüger in den Verbandsjugendausschuss, dem er zehn Jahre lang angehörte. Anschließend widmete er sich vor allem dem Themenfeld der Qualifizierung. Besonders am Herzen lagen ihm die Kurzschulungen, für die er als Jugendbildungsbeauftragter zuständig war. Zwischen 2004 und 2018 begrüßte er als Referent mehr als 3.000 Teilnehmende. Die dabei entstandenen persönlichen Kontakte und die Arbeit an der Basis waren ihm besonders wichtig. Bis 2018 gehörte er dem Qualifizierungsausschuss an. Von 2015 bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2022 war er zudem als Integrationsbeauftragter tätig.
Auch im sportlichen Bereich engagierte sich Krüger über viele Jahre. Im Jahr 1995 übernahm er die damalige Kreisauswahl Bremen-Stadt der Jungen. Als 2002 die DFB-Stützpunkte in den Landesverbänden eingeführt wurden, war er von Beginn an als Trainer am Stützpunkt Bremen-Stadt dabei. Von 2008 bis 2017 betreute Krüger darüber hinaus als Trainer die U 12- beziehungsweise U 13-Landesauswahl der Mädchen.
Für sein jahrzehntelanges Engagement erhielt Udo Krüger zahlreiche Auszeichnungen. Der Bremer Fußball-Verband verlieh ihm 1998 die Silberne und 2010 die Goldene Ehrennadel. Im Jahr 2016 zeichnete ihn der DFB mit der Verdienstnadel aus. Bereits 2007 war Krüger zudem die Senatsehrung der Freien Hansestadt Bremen zuteilgeworden.
Torsten Rischbode
Torsten Rischbode prägte das Schiedsrichterwesen im Bremer Fußball über mehrere Jahrzehnte maßgeblich. Der heute 58-jährige Kfz-Meister begann seine Laufbahn als Unparteiischer im Jahr 1984. Bis zu seinem Karriereende 2001 leitete er Spiele bis zur Oberliga und kam als Schiedsrichter-Assistent bis in der Regionalliga Nord zum Einsatz.
Unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte Rischbode in den Schiedsrichterausschuss Bremen-Stadt. Zwei Jahre später übernahm er dessen Vorsitz. Von 2004 bis 2024 stand er schließlich zwei Jahrzehnte lang an der Spitze des Verbandsschiedsrichterausschusses des BFV. In dieser Funktion gehörte er zugleich dem Schiedsrichterausschuss des Norddeutschen Fußball-Verbandes an, in dem er auch nach seinem Rückzug aus dem Bremer Ausschuss weiterhin tätig ist.
Während seiner Amtszeit trug Rischbode entscheidend dazu bei, die Bremer Unparteiischen im überregionalen Fußball zu etablieren. Dass der BFV heute in nahezu jeder überregionalen Spielklasse mit mindestens einem Schiedsrichter oder Assistenten vertreten ist, ist auch das Ergebnis seiner langjährigen und konsequenten Arbeit. Bereits zuvor hatte er als Schiedsrichterobmann des ATSV Sebaldsbrück die seinerzeit weit über Bremen hinaus bekannte Schiedsrichterabteilung des Vereins aufgebaut.
Für sein umfangreiches ehrenamtliches Engagement erhielt Rischbode zahlreiche Auszeichnungen. Im Jahr 2003 wurde er Kreissieger beim DFB-Ehrenamtspreis. Es folgten 2009 die Silberne Ehrennadel und 2015 die Goldene des NFV. Der BFV zeichnete ihn 2010 mit der Silbernen und 2016 schließlich mit der Goldenen Ehrennadel aus. Im Jahr 2014 erhielt er zudem die Senatsehrung der Freien Hansestadt Bremen.
Joachim Dietzel
Joachim Dietzel hat den Bremer Fußball über viele Jahrzehnte in ganz unterschiedlichen Funktionen geprägt. Der heute 71-jährige pensionierte Vermessungsingenieur spielte zunächst selbst aktiv Fußball bei der TSV Wulsdorf. 1975 legte er die Schiedsrichterprüfung ab. Seine guten Leistungen an der Pfeife führten ihn schnell in die Verbandsliga.
Im Jahr 1988 stieg er in die Oberliga Nord auf. In den Spielzeiten 1988/1989 und 1989/1990 wurde er dort regelmäßig angesetzt und war darüber hinaus als Schiedsrichter-Assistent in der 2. Bundesliga an der Seite des Bremerhaveners Peter Mölm aktiv. 1991 beendete Dietzel seine Laufbahn auf dem Platz, blieb dem Schiedsrichterwesen jedoch als Beobachter erhalten.
Auch abseits des Spielfeldes übernahm er zahlreiche Aufgaben. Von 1996 bis 2010 gehörte Dietzel dem Kreisvorstand Bremerhaven an. 1997 war er zudem Teil der Arbeitsgruppe „Internet“, die den BFV mit einer eigenen Webseite ins digitale Zeitalter führte. Ab 2001 arbeitete er einige Jahre im Ausschuss für Kommunikationstechnik und Öffentlichkeitsarbeit mit. Von 2004 bis 2022 gehörte Dietzel dem Frauen- und Mädchenausschuss an, den er ab 2005 als Vorsitzender leitete. Damit vertrat er den BFV zugleich im Norddeutschen Fußball-Verband. Von 2022 bis 2026 war er schließlich als Staffelleiter im Verbandsspielausschuss tätig.
Für sein Engagement erhielt Joachim Dietzel zahlreiche Auszeichnungen: 2007 wurde ihm die Silberne Ehrennadel des BFV verliehen, 2009 folgte die Silberne Ehrennadel des NFV. Im Jahr 2013 erhielt er die DFB-Verdienstnadel, 2015 die Goldene Ehrennadel des NFV und 2016 die Goldene Ehrennadel des BFV. 2019 wurde er zudem mit der Senatsehrung ausgezeichnet.
[oba]
