Spielklassenreform im Herrenbereich – „Amateurfußball für alle“

05. Mai 2026

Die Spielklassen im Herren-Bereich sollen zur nächsten Saison reformiert werden. Auf dem BFV-Verbandstag am 20. Juni 2026 steht hierzu ein mit den Vereinen erarbeiteter Reformvorschlag zur Abstimmung. Die genauen Hintergründe werden hier erläutert.

In den letzten 15 Jahren vollzieht sich in Bremen und Bremerhaven ein kontinuierlicher Rückgang an aktiven Spielern sowie Mannschaften im Herrenbereich. Dieser Trend ist nicht nur regional, sondern bundesweit zu beobachten und wurde durch die Corona-Pandemie zusätzlich verschärft.

(Foto: KI-generiert)

(Foto: KI-generiert)

Hauptgründe für den Rückgang:

  • Veränderte Arbeitswelt und Freizeitverhalten: Die Anforderungen im Berufsleben sind komplexer und zeitlich vielfältiger geworden. Viele Spieler können das klassische Modell mit wöchentlichem Training und Spiel nicht mehr mit ihrem Alltag vereinbaren.
  • Steigendes Angebot an alternativen Freizeitaktivitäten: Fußball konkurriert zunehmend mit anderen Freizeitmöglichkeiten.
  • Fehlende Flexibilität im bisherigen Spielbetrieb:
    • Es gibt keine Alternativen zum klassischen 11-gegen-11-Spielbetrieb.
    • Die Staffelgrößen sind starr (meist 16 Mannschaften, 30 Spieltage pro Jahr).
    • Für Mannschaften, die sich aus dem regulären Spielbetrieb zurückziehen, gibt es keine alternativen Angebote.
    • Vereine mit nur 9-10 Spielern können nicht am regulären Spielbetrieb teilnehmen.

Mit der Einführung des 3-Säulen-Modells ab der Saison 2026/2027 soll für jeden Spieler ein passendes, flexibles Angebot geschaffen werden – unabhängig von Leistungsniveau, Zeitbudget oder Mannschaftsgröße. Damit soll der Amateurfußball in Bremen zukunftsfähig und attraktiv bleiben.

Eine vom BFV-Beirat berufende Arbeitsgruppe „Flexibilisierung Spielbetrieb“ erarbeitete in den letzten zweieinhalb Jahren unter Hinzunahme von Vereinsvertretern ein neues 3-Säulen-Modell für den Herren-Spielbetrieb. Alle BFV-Vereine wurden auf Vorstandstreffen bzw. Vereinsstammtischen zweimal in den Prozess miteinbezogen. Die Reform zielt darauf ab, den Herren-Spielbetrieb durch ein flexibles 3-Säulen-Modell an die veränderten gesellschaftlichen und sportlichen Bedürfnisse anzupassen, um den Rückgang aktiver Spieler entgegenzuwirken:

Leistungsorientierter Spielbetrieb:

  • Regelmäßiger, wöchentlicher Spielbetrieb in 16er Ligen (Doppelrunde mit 30 Spieltagen pro Saison) mit Auf- und Abstieg. Dieser Bereich umfasst die Bremen-, Landes- und Bezirksliga.

Breitenfußballorientierter Spielbetrieb:

  • Regelmäßiger Spielbetrieb, aber nicht an jedem Wochenende. Durch Staffelgrößenbegrenzungen auf 14 bzw. 12 Mannschaften (entspricht in einer Saison 26 bzw. 22 Spieltage) werden freie Wochenenden geschaffen, die zur freien Verfügung stehen oder für verlegte Spiele genutzt werden können. Hinzu erfolgt eine Flexibilisierung des Spielbetriebs in Hinblick auf die Festspielregelung, die Ermöglichung von Spielgemeinschaften, der Option mit mehreren Mannschaften eines Vereins in einer Staffel zu spielen, der Aufstiegsregelung mit der Einführung von Relegationsspielen sowie der Abkehr von starren Doppelrunden über die komplette Saison. Herzstück der Reform ist die Verschlankung auf lediglich zwei Spielklassenebenen (Kreisliga A und Kreisliga B) in diesem Bereich. Die Kreisliga B stellt dabei eine Meldeliga dar, für die jeder Verein Mannschaften frei melden kann.

Freizeit- & Hobby-Spielbetrieb:

  • Diese Säule stellt eine Alternative bzw. Ergänzung zum bisher klassischen Spielbetrieb dar. Es findet kein regelmäßiger Spielbetrieb statt, sondern es kommen einzelne Turniere und Spielnachmittage zur Austragung bzw. ein freiterminierter Ligabetrieb mit maximal acht Mannschaften. Bereits ab der kommenden Saison 2026/2027 wird ein Spielbetrieb für Vereinsmannschaften angeboten. Dieser Umfasst eine 11er Kreisklasse sowie eine 7er Kleinfeld-Kreisklasse, bei denen die Vereine ihre Spiele frei und flexibel terminieren können, sowie einzelne 7er Kleinfeld-Spielnachmittage. Es gibt keine Festspielregelung für Spieler von Kreisliga- & Kreisklassenmannschaften, sodass auch ein Parallelspielbetrieb von Überhangspielern aus 11er Mannschaften anderer Ligen möglich ist. Zusätzlich sollen mit den BFV-Vereinen alternative Fußballangebote entwickelt werden. Im Jahr 2026 wird der 1. BFV-Kleinfeld-Cup pilotiert, an dem auch Spieler und Spielerinnen ohne offizielle Spielberechtigung oder Vereinsmitgliedschaft teilnehmen können.

Alle Details zur Spielklassenreform können dem Handout entnommen werden.

Das 3-Säulen-Modell im Herren-Spielbetrieb bietet Vereinen zahlreiche Vorteile, indem es auf die veränderten Rahmenbedingungen und Bedürfnisse im Amateurfußball reagiert. Die Reform schafft flexible, bedürfnisgerechte Angebote und ermöglicht es Vereinen, auf die Herausforderungen des demografischen und gesellschaftlichen Wandels zu reagieren.

1. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

  • Vereine können Mannschaften je nach Leistungsstand, Spieleranzahl und Engagement in unterschiedlichen Säulen melden (Leistungs-, Breiten- oder Freizeit- und Hobbyfußball).
  • Auch kleinere Vereine oder Teams mit weniger Spielern (z. B. 8-9 Spieler) können am Spielbetrieb teilnehmen, etwa in der 7er-Kreisklasse oder bei Kleinfeldturnieren.
  • Die freie Spielterminierung in den Kreisklassen ermöglicht es Vereinen, Spiele flexibel zu planen und besser an die Bedürfnisse ihrer Mitglieder anzupassen.

2. Erhalt und Gewinnung von Mitgliedern

  • Durch die neuen Angebote können Vereine Spieler halten, die aus zeitlichen oder persönlichen Gründen nicht mehr am klassischen Ligabetrieb teilnehmen können.
  • Freizeit- und Hobbyformate (z. B. BFV-Kleinfeld-Cup) sprechen neue Zielgruppen an, darunter Einzelspieler, Freizeit- oder Betriebssportteams, die bisher keinen Zugang zum Vereinsfußball hatten.

3. Mehr Mannschaften pro Verein und Durchlässigkeit

  • Vereine können mehrere Mannschaften in verschiedenen Ligen und Formaten melden (z. B. 1. Herren leistungsorientiert, 2. und 3. Herren im Breiten- oder Freizeitbereich).
  • Durch die Festspielregelungen bleibt die sportliche Fairness gewahrt, gleichzeitig können Spieler flexibel zwischen Mannschaften wechseln (mit Schutzfristen).

4. Attraktive Zusatzangebote und Planungssicherheit

  • Pokalwettbewerbe in Mini-Turnierform, freiwillige Turnierteilnahmen und Spielenachmittage bieten zusätzliche Motivation und Abwechslung für Vereinsmitglieder.
  • Rückzüge von Mannschaften sind weniger problematisch, da alternative Angebote zur Verfügung stehen.

[sst]

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