Der Blumenthaler SV hat den Sprung in die Regionalliga Nord verpasst. In der Aufstiegsrunde musste der Meister der Bremen-Liga gegen starke Konkurrenz aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg antreten und erlebte dabei drei sehr unterschiedliche Partien. Nach dem Auftakt beim Favoriten SV Todesfelde hielt der BSV seine Chancen mit einem dramatischen Heimsieg gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder zunächst am Leben, ehe der Traum vom Aufstieg im abschließenden Spiel gegen den Eimsbütteler TV platzte.
Zum Auftakt der Aufstiegsrunde wartete mit dem SV Todesfelde direkt eine der schwersten Aufgaben. Der Meister aus Schleswig-Holstein bestimmte über weite Strecken das Geschehen, während Blumenthal vor allem defensiv gefordert war. Zwar begann der BSV mutig und versuchte früh, mit Pressing eigene Ballgewinne zu erzwingen, doch nach und nach übernahm Todesfelde die Kontrolle. Die Nordbremer verteidigten lange aufmerksam und hielten das 0:0 bis zur Pause, kamen offensiv aber kaum zu klaren Gelegenheiten. Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Gastgeber das Tempo und belohnte sich schließlich mit der Führung durch Morten Liebert. Blumenthal musste nun mehr riskieren, fand gegen die stabile Defensive des SVT aber weiterhin nur selten Lösungen. In der Schlussphase sorgte Marco Drawz nach einem Ballverlust in der Blumenthaler Defensive für das 2:0 und damit für die Entscheidung. Auch wenn die Niederlage verdient war, zeigte der BSV beim Auftakt eine engagierte Leistung gegen einen sehr reifen und abgezockten Gegner.

Blumenthals Kilian Lammers (r.) ist vor Todesfeldes Tyler Körting am Ball. (Foto: Oliver Baumgart)
Im zweiten Spiel meldete sich der Blumenthaler SV eindrucksvoll zurück und hielt seine Aufstiegschance mit einem 3:2-Heimsieg gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder am Leben. Am Burgwall war beiden Mannschaften die Ausgangslage anzumerken: Nach den Auftaktniederlagen brauchten beide Teams dringend einen Sieg. Blumenthal fand diesmal deutlich besser ins Spiel, setzte Egestorf früh unter Druck und kam durch Paul Lentz zur schnellen Führung. Die Gäste antworteten jedoch noch in der ersten Halbzeit durch Nick Bode. Kurz vor der Pause veränderte eine Rote Karte gegen Egestorfs Torhüter Bennet Ruf die Statik des Spiels, weil Blumenthal fortan in Überzahl agierte. Diese nutzte der BSV kurz nach Wiederbeginn durch Tristan Schaper zum 2:1. Als Egestorf nach einem weiteren Platzverweis sogar nur noch zu neunt war, schien die Partie in Richtung der Gastgeber zu kippen. Doch Blumenthal brachte trotz doppelter Überzahl keine Ruhe in das Spiel und musste durch ein Eigentor von Luis Seidel in der Schlussphase sogar den Ausgleich hinnehmen. Erst in der Nachspielzeit sorgte der eingewechselte Ömer Bulut für den umjubelten 3:2-Siegtreffer und bewahrte den BSV damit vor dem vorzeitigen Aus im Aufstiegsrennen.

Luis Seidel (r.) im Duell mit Nick Bode vom 1. FC Germania Egestorf-Langreder. (Foto: Oliver Baumgart)
Im abschließenden Spiel gegen den Eimsbütteler TV ging es für Blumenthal auf neutralem Platz in Heeslingen noch einmal um die große Chance auf die Regionalliga. Der BSV startete engagiert, stand kompakt und setzte nach vorne zunächst einige Nadelstiche. Alejandro Kellnar kam nach einer guten Kombination früh zum Abschluss, auf der anderen Seite musste Torhüter Marlon Vogt mehrfach aufmerksam eingreifen. Der ETV übernahm zwar zunehmend die Spielkontrolle, doch Blumenthal hielt bis kurz vor der Pause das 0:0. Dann folgte die Schlüsselszene der Partie: Dennis Brendow sah nach einem harten Einsteigen im Mittelfeld die Rote Karte, sodass der BSV fast eine Halbzeit in Unterzahl überstehen musste. Trotz großem Einsatz und weiterer starker Paraden von Vogt ging es zunächst torlos in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel kam Blumenthal noch einmal mit Energie aus der Pause, doch das 0:1 durch Bamo Mohamed nach einer Ecke in der 55. Minute war der nächste schwere Rückschlag. Kurz darauf legte Mohamed nach, ehe Toralf Hense die Partie endgültig entschied. In der Schlussphase nutzte Eimsbüttel die Räume und die nachlassenden Kräfte der Nordbremer konsequent aus und erhöhte noch auf 6:0. Das Ergebnis fiel am Ende deutlich aus, änderte aber nichts daran, dass Blumenthal über die Saison und auch in der Aufstiegsrunde wertvolle Erfahrungen gesammelt hat. Aufsteiger in die Regionalliga sind der ETV Hamburg und der SV Todesfelde. Das Team vom Burgwall wird hingegen in der nächsten Saison in der Bremen-Liga verbleiben und dann sicherlich einen neuerlichen Anlauf auf die vierte Liga starten.
[oba]
