Regeländerungen 2026/2027

30. Juni 2026

Bei der derzeit laufenden Weltmeisterschaft kommen einige neue Fußballregeln zur Anwendung. Ab dem 1. Juli kommen die meisten dieser Änderungen auch auf den Sportplätzen in Bremen und Bremerhaven an. Der BFV gibt deshalb einen Überblick darüber, was sich zur neuen Saison ändert.

Eine Neuerung betrifft Auswechslungen. Spielerinnen und Spieler müssen das Spielfeld bei einer Auswechslung künftig innerhalb von zehn Sekunden verlassen. Wird diese Zeit überschritten, darf die Einwechselspielerin oder der Einwechselspieler das Spielfeld erst bei der ersten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute betreten. Eine persönliche Strafe in Form einer Verwarnung ist dabei jedoch nur vorgesehen, wenn es sich um ein besonders unsportliches Verzögern handelt.

Auch bei der Ausrüstung der Akteure gibt es eine Präzisierung. Grundsätzlich bleibt es dabei, dass Schmuck abzulegen ist. Schmuck oder Accessoires, die sich nur schwer entfernen lassen, dürfen jedoch getragen werden, sofern sie ungefährlich sind und sicher abgedeckt werden.

Bei verletzungsbedingten Unterbrechungen wird der Wiedereintritt präziser geregelt. Spielerinnen und Spieler, die auf dem Spielfeld untersucht oder behandelt werden oder eine verletzungsbedingte Spielunterbrechung verursachen, müssen das Spielfeld verlassen und nach Wiederaufnahme des Spiels grundsätzlich eine Minute außerhalb des Spielfeldes bleiben. Außerdem wird klargestellt, dass der Schiedsrichter bei einer nicht korrekt ausgeführten Spielfortsetzung auf Vorteil entscheiden kann, sofern der Ball im Spiel ist.

Beim Schiedsrichterball wird genauer gefasst, welches Team den Ball erhält. Gemeint ist künftig auch das Team, das die Spielfortsetzung ausgeführt hätte, wenn der Ball zuvor aus dem Spiel gegangen wäre. Kommt es zu einem Eingriff durch einen Spieloffiziellen oder eine Drittperson, erfolgt der Schiedsrichterball an der Stelle des Eingriffs.

Bei der Vereitelung einer offensichtlichen Torchance wird die persönliche Strafe weiter reduziert. Wird auf Vorteil entschieden und daraus ein Tor erzielt, gibt es für die Vereitelung der Torchance keine Verwarnung mehr. Zudem werden die Kriterien zur Bewertung solcher Situationen um die Anzahl und Stellung der Angreifer erweitert.

Auch beim Strafstoß gibt es Anpassungen. Die Regelung zu versehentlichen Doppelberührungen wird in das Regelwerk übernommen. Bei einem gleichzeitigen Vergehen des Schützen und des Torhüters wird der Schütze zudem nicht mehr automatisch verwarnt. Diese Präzisierung gilt auch beim Elfmeterschießen.

Neu ist außerdem ein sichtbarer Fünf-Sekunden-Countdown bei verzögerten Einwürfen und Abstößen. Verzögert ein Team die Ausführung eines Einwurfs, zeigt der Schiedsrichter die verbleibende Zeit an. Wird das Zeitlimit überschritten, erhält das gegnerische Team den Einwurf. Beim Abstoß führt eine Überschreitung des Zeitlimits zu einem Eckstoß für das gegnerische Team.

Darüber hinaus gibt es weitere optionale Regelanpassungen, die derzeit von der FIFA bei der Weltmeisterschaft getestet werden. Dazu gehören ein möglicher Feldverweis für das Bedecken des Mundes in der konfrontativen Kommunikation mit Gegenspielern sowie ein Feldverweis für das Verlassen des Spielfelds aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung. Ob und in welcher Form diese zusätzlichen Änderungen künftig auch in den Kontinental- und Nationalverbänden zur Anwendung kommen, entscheiden die jeweiligen Wettbewerbsbetreiber zeitnah nach der WM.

Die vollständigen Regeländerungen für die Saison 2026/2027 sind hier abrufbar. Die Regeländerungen gelten ab dem 1. Juli 2026, ausgenommen sind Spiele, die noch zur Saison 2025/2026 gehören und nach dem 30. Juni ausgetragen werden müssen.

[oba]

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