Der ATS Buntentor hat seine beeindruckende Pokalserie fortgesetzt und zum siebten Mal in Folge den LOTTO-Pokal der Frauen gewonnen. Vor einer neuen Rekordkulisse von 748 Fans in der BRZ-Arena setzte sich der Regionalligist am Freitagabend mit 4:0 gegen den TV Eiche Horn durch.
Der frisch gekürte Verbandsliga-Meister und künftige Regionalligist aus Horn hatte sich für das Endspiel viel vorgenommen und wurde von seinem lautstarken Anhang über die gesamte Spielzeit getragen, fand in der Anfangsphase aber überhaupt nicht in die Partie. Bereits nach zwei Minuten erwischte Buntentor den perfekten Start. Nach einem Einwurf kombinierte sich der Titelverteidiger über die Seite durch, die Hereingabe fand Ann-Cathrin Zabel, die aus kurzer Distanz zum 1:0 einschob. Für Eiche Horn war dieser frühe Rückstand ein sichtbarer Wirkungstreffer. Das Team von der Fritzewiese bekam in den ersten zehn Minuten kaum Zugriff, wirkte ungeordnet und musste nur wenig später den nächsten Treffer hinnehmen. In der elften Minute stand Luisa Thomas nach einem Abpraller richtig und erhöhte auf 2:0.

Eiches Rayan Sialah (l.) ist vor Malena Watzlawik am Ball. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)
Erst danach arbeitete sich Eiche Horn langsam besser in die Partie hinein. Die Mannschaft von Trainerin Vanessa Lorenz nahm die Zweikämpfe besser an, kam häufiger in die gegnerische Hälfte und hatte durch Alicia Kiziltan eine gute Gelegenheit, als sie nach einem Solo zum Abschluss kam. Auch die lautstarke Unterstützung von den Rängen half dem Außenseiter, nach dem Fehlstart mehr Stabilität zu finden. Buntentor blieb jedoch das reifere Team, bestimmte über weite Strecken das Tempo und setzte vor allem über Standards und Flanken immer wieder Akzente.
Kurz vor der Pause wurde Eiche Horn dann erneut aus dem Rhythmus gebracht. Eva Hollstein musste ausgerechnet an ihrem Geburtstag nach einem Zusammenprall minutenlang behandelt werden und verließ schließlich mit einem Kopfverband den Platz. Die lange Unterbrechung sorgte für einen Bruch im Spiel der Hornerinnen, die sich gerade etwas besser zurechtgefunden hatten. Buntentor blieb bis zur Pause kontrolliert und ging mit einer verdienten 2:0-Führung in die Kabine.

Torschützinnen unter sich: Luisa Thomas (l.) und Verena Volkmer beim Torjubel zum 2:0. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)
Nach dem Seitenwechsel zeigte Eiche Horn zunächst noch einmal seine beste Phase. Der Verbandsligameister kam druckvoll aus der Kabine, setzte sich in den ersten Minuten in der gegnerischen Hälfte fest und holte mehrere Ecken heraus. Die größte Chance auf den Anschluss hatte Mari Stier, deren direkter Freistoß in der 47. Minute an die Latte klatschte. In dieser Phase war spürbar, dass Eiche Horn noch einmal an die Wende glaubte.
Buntentor überstand diesen Druck jedoch und stabilisierte sich anschließend wieder. Mit zunehmender Spielzeit schwanden bei Eiche Horn die Kräfte, während der ATS die Partie kontrollierte und defensiv kaum noch etwas zuließ. Die endgültige Entscheidung fiel in der Schlussphase. In der 82. Minute kam eine Flanke gefährlich auf das Tor, Eiches Torhüterin Dominique Ahrens konnte zunächst noch abwehren, doch ATS Neuzugang Verena Volkmer stand richtig und traf zum 3:0.

Eiches Claudia Wegener (l.) versucht, Ann-Cathrin Zabel zu stoppen. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)
Fünf Minuten später sorgte Lilja Pyökäri für den Endstand. Nach einer starken Aktion über die rechte Seite wurde der Ball in die Mitte gelegt, wo Pyökäri nur noch einschieben musste. Damit fiel das Ergebnis am Ende deutlich aus, auch wenn Eiche Horn trotz des klaren Rückstands bis zum Schluss alles versuchte und sich vor allem kämpferisch nichts vorwerfen lassen musste.
Für den TV Eiche Horn endete eine starke Saison damit zwar ohne Pokal, aber dennoch mit einem Auftritt, bei dem Mannschaft und Fans bis zum Abpfiff alles gaben. Der ATS Buntentor durfte dagegen erneut jubeln: Mit dem 4:0-Erfolg bestätigte der Regionalligist seine Favoritenrolle und holte den LOTTO-Pokal, den BFV-Präsident Patrick von Haacke und BFV-Vizepräsidentin Ulrike Geithe überreichten, zum siebten Mal in Folge und spielt damit auch in der nächsten Saison wieder im DFB-Pokal der Frauen mit.

Luisa Thomas (l.) wurde von WESER-KURIER Reporter Stefan Freye als Woman Of The Match ausgezeichnet. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)
Nach dem Schlusspfiff wurde die „Woman Of The Match“ durch den WESER-KURIER ausgezeichnet. Die Wahl fiel auf Buntentors Luisa Thomas, die nicht nur Dank ihres Treffers für viel Aufmerksamkeit auf dem Platz sorgte. WESER-KURIER-Reporter Stefan Freye überreichte ihr Pokal.

Zum siebten Mal in Folge LOTTO-Pokal Sieger: Der ATS Buntentor. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)
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Die Stimmen zum Spiel:
Vanessa Lorenz (Trainerin, TV Eiche Horn):
„Am Ende ist das Ergebnis leider zu hoch ausgefallen. Wir müssen vor allem über die Anfangsphase sprechen, denn die hat das Spiel in eine Richtung gelenkt, die wir nicht mehr umkehren konnten. Da waren wir überhaupt nicht wach, haben keine Zweikämpfe gewonnen und waren nicht sortiert. Das frühe Gegentor hat uns zusätzlich aus der Ordnung gebracht. Da kamen Nervosität und das ungewohnte Niveau zusammen. Als wir dann besser im Spiel waren, war es leider schon zu spät. Trotzdem können wir stolz auf uns sein. Wir haben eine richtig gute Saison gespielt, sind Meister geworden, steigen in die Regionalliga auf. Darauf können wir auf jeden Fall stolz sein.“
Sven Gudegast (Trainer, ATS Buntentor):
„Vor dem Spiel hatten wir sehr großen Respekt vor Eiche Horn, weil sie als Meister und Aufsteiger in die Regionalliga natürlich viel Positives mitgenommen haben und wir selbst noch mitten im Abstiegskampf stehen. Aber wir haben von Anfang an ein Zeichen gesetzt und mit den zwei schnellen Toren früh die Richtung vorgegeben. Danach war es hinten raus zwar nicht entspannt, aber schon sehr eindeutig. Aus meiner Sicht hätten wir das Spiel sogar noch früher entscheiden können. Letztlich haben wir das aber gut gelöst und verdient gewonnen.“
Eva Hollstein (TV Eiche Horn):
„Trotz der frühen Gegentore haben wir zumindest diesmal immerhin kein Standardtor bekommen (lacht). Die Gegentore fielen aber teilweise viel zu einfach. Gerade mit Blick auf die Regionalliga zeigt uns das noch einmal, wo unsere Defizite liegen und woran wir arbeiten müssen, um stärker zu werden und besser auf solche Spiele vorbereitet zu sein. Bei meiner Verletzung war es ein Freistoß aus dem Halbfeld. Ich bin rückwärts gelaufen, habe mich gedreht und wollte den Ball wegköpfen. Dann habe ich einen Ellenbogen aufs Auge bekommen und direkt gemerkt, dass es aufgeplatzt ist und blutet. Ich muss gleich noch ins Krankenhaus, damit geschaut wird, ob es genäht werden muss. Die Mannschaft wird trotzdem Gas geben, für mich einen mittrinken und dann wird mein Geburtstag halt morgen noch ein bisschen nachgefeiert.“
Luisa Thomas (ATS Buntentor):
„Es fühlt sich super an, die Auszeichnung als Woman Of The Match bekommen zu haben. Vor allem als Team unterstreicht sie diesen Abend und die Leistung, die wir gemeinsam auf den Platz gebracht haben. Die zwei frühen Tore haben uns auf jeden Fall gutgetan. Wir stehen in der Regionalliga-Saison gerade nicht so gut da, deshalb hat uns das einen richtigen Push gegeben und uns zusätzlich motiviert, dranzubleiben. Ich denke, das haben wir dann über die 90 Minuten auch gut gezeigt. Diesen Schwung wollen wir jetzt auf jeden Fall mit in das letzte Saisonspiel nehmen.“
