Sexualisierte Gewalt ist ein ernstes Problem im Sport. Studien zeigen, dass zwischen 20 und 30 Prozent aller Athlet:innen im Laufe ihrer sportlichen Laufbahn Opfer von Grenzverletzungen oder Übergriffen werden. Um diesem Thema noch mehr Sichtbarkeit zu geben, unterstützt der Bremer Fußball-Verband (BFV) gemeinsam mit dem Landessportbund Bremen und dem Sportamt Bremen die neue Kampagne „WATCH. ACT. PROTECT.“ der Hochschule Bremerhaven.
Zum Auftakt der Kampagne setzten Studierende der Studienrichtung Digitale Medienproduktion am 16. September ein starkes Zeichen: Mit einer Guerilla-Aktion im Stadionbad Bremen und an weiteren Sportstätten machten sie auf die schleichenden Mechanismen aufmerksam, mit denen Täter:innen ihre Opfer in Missbrauchssituationen verstricken. Provokante Sprüche wie „Mit Zopf gefällst du mir.“ oder „Geh du doch mal vor.“ wurden als übergroße Zitate installiert – an genau den Orten, an denen sexualisierte Gewalt geschehen kann.

Im Stadionbad wurde die Kampagne der Presse präsentiert. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)
Über QR-Codes auf Bannern, Stickern und Plakaten gelangen Interessierte direkt zur Projektwebseite watchactprotect.de. Dort finden Betroffene, Trainer:innen, Vereine und Eltern praxisnahe Informationen, Handlungsempfehlungen und Hilfsangebote. Ergänzend stellt die Kampagne Vereinen ein umfangreiches Toolkit mit Aufklärungsplakaten, Checklisten, Social-Media-Vorlagen und Leitfäden zur Verfügung.

Plakate sind an den teilnehmenden Bezirkssportanlagen bereits aufgehängt. Alle Bremer Vereine sollen folgen. (Foto: HS Bremerhaven)
BFV-Referent für Gesellschaftliche Verantwortung Christoph Schlobohm erklärt dazu: „Als Bremer Fußball-Verband ist es uns ein zentrales Anliegen, unsere Spieler:innen, Trainer:innen, Schiedsrichter:innen und Vereine für das Thema sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren und wirksam zu schützen. Die Kampagne WATCH. ACT. PROTECT. zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, hinzusehen, Grenzen zu respektieren und Verantwortung zu übernehmen. Wir danken den Studierenden der Hochschule Bremerhaven für ihre kreative und mutige Arbeit und sind überzeugt, dass diese Aktion ein starkes Signal in den Sport sendet.“

In Findorff wurden die Kampagnen-Sprüche sichtlich auf dem Boden am Eingang platziert. (Foto: HS Bremerhaven)
Mit der Unterstützung der Kampagne unterstreicht der Bremer Fußball-Verband sein Engagement für Prävention, Schutzkonzepte und eine Kultur des respektvollen Miteinanders im Sport. Denn klar ist: Wegschauen ist keine Option.
