Bremer Fußball-Verband feiert 80. Geburtstag

02. August 2026

Der Bremer Fußball-Verband blickt an diesem Sonntag auf 80 Jahre Verbandsgeschichte zurück. Seit seiner offiziellen Anerkennung am 2. August 1946 hat sich der BFV stetig weiterentwickelt, vom Wiederaufbau des Spielbetriebs nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu einem modernen Dienstleister für seine Vereine.

Die Ursprünge des Verbandes reichen bis in den Herbst 1945 zurück. Nur wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen am 28. Oktober Vertreter von 19 Vereinen im „Kuhhirten“ auf dem Stadtwerder zusammen, um den Fußball in Bremen neu zu organisieren. In einer stark zerstörten Stadt, in der auch zahlreiche Sportplätze den Krieg nicht überstanden hatten, legten sie damit den Grundstein für den Wiederaufbau des organisierten Spielbetriebs.

Hier fing alles an. Im "Kuhhirten" wurde der BFV praktisch gegründet. (Foto: Oliver Baumgart)

Hier fing alles an. Im „Kuhhirten“ wurde der BFV praktisch gegründet. (Foto: Oliver Baumgart)

Am 2. August 1946 erkannte die Militärregierung den Bremer Sportbund und damit auch dessen Sparte Fußball offiziell an. Dieses Datum gilt bis heute als Geburtstag des Bremer Fußball-Verbandes. Bereits im ersten Jahr nach der Gründung nahmen 47 Vereine mit 120 Mannschaften am Spielbetrieb teil. Am 23. Juli 1949 wurde aus der Fußballsparte schließlich der organisatorisch und namentlich eigenständige Bremer Fußball-Verband.

Adolf Kerrl war der erste Präsident des Bremer Fußball-Verbandes. (Foto: Archiv)

Adolf Kerrl war der erste Präsident des Bremer Fußball-Verbandes. (Foto: Archiv)

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der BFV gemeinsam mit seinen Vereinen kontinuierlich weiter. Neue Spielklassen entstanden, der Jugend- und Schulfußball wurde ausgebaut und der Frauen- und Mädchenfußball erhielt seinen festen Platz im Verband. Große sportliche Erfolge wie die Deutschen Amateurmeisterschaften von Bremen 1860 und des SV Werder Bremen oder der Gewinn des Länderpokals 1984 prägten ebenso die Geschichte wie zahlreiche Länderspiele und große Fußballveranstaltungen in Bremen und Bremerhaven.

Der erste Deutsche Amateurmeister überhaupt hieß 1951 ATSV Bremen 1860. (Foto: Archiv)

Der erste Deutsche Amateurmeister überhaupt hieß 1951 ATSV Bremen 1860. (Foto: Archiv)

Auch abseits des Platzes veränderten sich die Aufgaben des Verbandes. Aus handschriftlichen Spielberichten und gedruckten Mitteilungsblättern wurden digitale Verwaltungs- und Kommunikationswege. Mit der Einführung des Sportinformationssystems als Vorläufer des heutigen DFBnet begann bereits in den 1990er-Jahren die Digitalisierung des Spielbetriebs. Gleichzeitig gewannen Themen wie Qualifizierung, Vereinsberatung, Ehrenamt, Integration, Vielfalt, Inklusion, Fair Play sowie Kinder- und Jugendschutz zunehmend an Bedeutung.

Die berühmten "Blauen Tabellen", hier eine Ausgabe aus dem Oktober 1988, waren vor dem DFBnet viele Jahre lang die Quelle für alle aktuellen Ergebnisse. (Foto: Archiv)

Die berühmten „Blauen Tabellen“, hier eine Ausgabe aus dem Oktober 1988, waren vor dem DFBnet viele Jahre lang die Quelle für alle aktuellen Ergebnisse. (Foto: Archiv)

Heute versteht sich der BFV als Verband der kurzen Wege und als Partner seiner Vereine. Neben der Organisation des Spielbetriebs gehören die Aus- und Fortbildung von Trainerinnen, Trainern und Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, die Talentförderung, der Schulfußball und die Unterstützung des Ehrenamtes ebenso zu seinen Aufgaben wie die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs.

Auch die Deutschen Meisterschaften des SV Werder Bremen gehöremn zur BFV-Geschiechte. Hier präsentiert Trainer Otto Rehhagel 1988 stolz die Meisterschale. (Foto: Bongarts/Getty Images)

Auch die Deutschen Meisterschaften des SV Werder Bremen gehöremn zur BFV-Geschiechte. Hier präsentiert Trainer Otto Rehhagel 1988 stolz die Meisterschale. (Foto: Bongarts/Getty Images)

Seit November 2023 steht Patrick von Haacke vom BSC Hastedt an der Spitze des Verbandes. Seine Neuwahl war notwendig geworden, nachdem der vorherige Präsident Björn Fecker sein Amt aufgrund seiner Wahl zum Finanzsenator der Freien Hansestadt Bremen zur Verfügung gestellt hatte. Auf dem 41. Ordentlichen Verbandstag im Juni 2026 wurde von Haacke für eine weitere Amtszeit bis 2030 bestätigt.

Patrick von Haacke ist seit 2023 Präsident des BFV. (Foto: Sven Peter - spfoto.de)

Patrick von Haacke ist seit 2023 Präsident des BFV. (Foto: Sven Peter – spfoto.de)

Seinen 80. Geburtstag nimmt der BFV zum Anlass, all jenen zu danken, die den Fußball in Bremen und Bremerhaven in den vergangenen acht Jahrzehnten geprägt haben und bis heute mit Leben füllen. Dazu gehören die vielen ehrenamtlich Engagierten in den Vereinen und im Verband ebenso wie die Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer, Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter sowie die zahlreichen Partner und Unterstützer des Bremer Fußballs.

Die Frauen des TSV Wulsdorf holten in der Saison 1971/1972 als erste Frauenmannschaft im BFV die Meisterschaft. (Foto: privat)

Die Frauen des TSV Wulsdorf holten in der Saison 1971/1972 als erste Frauenmannschaft im BFV die Meisterschaft. (Foto: privat)

Wer tiefer in die Geschichte des BFV eintauchen möchte, findet im großen Sonderbereich zum 75-jährigen Jubiläum zahlreiche historische Beiträge. Neben einer siebenteiligen Chronik werden dort besondere Vereine, Persönlichkeiten, Wettbewerbe, Nationalspieler, Länderspiele und viele weitere Themen aus acht Jahrzehnten Bremer Fußballgeschichte vorgestellt. Außerdem gab es eine große, knapp sechsstündige Jubiläumssendung zum 75-Jährigen mit zahlreichen Gästen und spannenden Beiträgen.

[oba]

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